Material und Recht bei Einwegverpackungen
Was ist erlaubt, was muss gekennzeichnet sein, was gilt für Gastronomie und Handel. Kurz erklärt, mit Quellen der zuständigen Behörden.
Die Materialien in unserem Sortiment
| Material | Artikel | Gut zu wissen |
|---|---|---|
| Pappe | Pappteller, Pommesschalen, Pappbecher, Kaffeebecher to go, Kraftpapierbecher | Becher für Heißgetränke haben üblicherweise innen eine dünne Kunststoffschicht, damit sie dicht bleiben. Solche Becher gelten rechtlich als Einwegkunststoffprodukt. |
| Polypropylen (PP) | Transparente und weiße Trinkbecher, Suppenschalen mit Griff | Trinkbecher für Kaltgetränke. Erlaubt, aber kennzeichnungspflichtig. |
| Polystyrol (PS) | Coffee-to-go-Deckel 80 mm, Mehrweg-Schnapsgläser 2 cl | Die Deckel sind Einwegkunststoff, die Schnapsgläser sind als Mehrwegartikel ausgewiesen. |
| Zuckerrohrfaser (Bagasse) | Teller und Schalen mit Wellenrand | Faserrest aus der Zuckerproduktion, zu Geschirr gepresst. |
| Papier und Kraftpapier | Wurstanfasser, Strohhalme, Servietten, Salatschalen, Papiertragetaschen | Trinkhalme aus Papier sind erlaubt, Trinkhalme aus Kunststoff seit 2021 verboten. |
| Zellstoff | Papierhandtücher, Toilettenpapier | Papierhandtücher für Spender mit ZZ- oder V-Falz und als Rolle. |
| Holz | Rührstäbchen aus Birkenholz, Kleiderbügel | Rührstäbchen aus Holz sind erlaubt, Rührstäbchen aus Kunststoff seit 2021 verboten. |
| Polyethylen (LDPE) | Müllsäcke | Blau, 70 × 110 cm, auf Rollen. |
| Nitril | Einweghandschuhe | Puderfrei und latexfrei. |
Was ist erlaubt, was ist verboten?
Seit dem 3. Juli 2021 dürfen bestimmte Einwegprodukte aus Kunststoff in der EU nicht mehr in Verkehr gebracht werden. In Deutschland regelt das die Einwegkunststoffverbotsverordnung.
- Verboten: Besteck, Teller, Trinkhalme und Rührstäbchen aus Kunststoff sowie Becher und Essensbehälter aus Styropor (expandiertes Polystyrol). Das Verbot erfasst auch Pappteller mit Kunststoffbeschichtung.
- Erlaubt: Trinkbecher aus Polypropylen oder PET, Pappbecher, Teller und Schalen aus Pappe ohne Kunststoffbeschichtung oder aus Zuckerrohrfaser.
Quelle: Bundesumweltministerium, Fragen und Antworten zur Einwegkunststoffverbotsverordnung.
Kennzeichnung von Bechern
Getränkebecher, die ganz oder teilweise aus Kunststoff bestehen, müssen ein Piktogramm tragen, das auf den Kunststoff und die richtige Entsorgung hinweist. Das gilt auch für Pappbecher mit Kunststoffbeschichtung. Verantwortlich ist, wer den Becher in Deutschland erstmals in Verkehr bringt.
Quelle: Bundesumweltministerium, Fragen und Antworten zur Einwegkunststoffkennzeichnungsverordnung.
Mehrwegangebot in der Gastronomie
Wer Speisen oder Getränke zum Mitnehmen in Einwegkunststoffverpackungen oder Einwegbechern verkauft, muss seit dem 1. Januar 2023 zusätzlich eine Mehrwegalternative anbieten, die nicht teurer sein darf. Kleine Betriebe mit höchstens 80 Quadratmetern Verkaufsfläche und höchstens fünf Beschäftigten können stattdessen mitgebrachte Behälter der Kundschaft befüllen und müssen darauf hinweisen.
Quelle: Umweltbundesamt, Leitfaden zur Mehrwegangebotspflicht.
EU-Verpackungsverordnung seit 12. August 2026
Seit dem 12. August 2026 gilt die EU-Verpackungsverordnung (PPWR) unmittelbar in allen Mitgliedstaaten. In Deutschland ergänzt sie das neue Verpackungsrecht-Durchführungsgesetz. Registrierung im Verpackungsregister LUCID und die Beteiligung an einem dualen System bleiben bestehen.
| Datum | Was gilt |
|---|---|
| 12.08.2026 | Die Verordnung gilt. Für Verpackungen mit Lebensmittelkontakt gelten Grenzwerte für PFAS. |
| 12.02.2027 | Gastronomiebetriebe müssen mitgebrachte Behälter der Kundschaft befüllen. |
| 12.02.2028 | Mehrwegangebot für Speisen und Getränke zum Mitnehmen wird EU-weit Pflicht. |
| 12.08.2028 | Einheitliche Kennzeichnung von Verpackungen in der EU. |
| 01.01.2030 | Bestimmte Einwegverpackungen aus Kunststoff sind für den Verzehr vor Ort im Gastgewerbe nicht mehr zulässig. Mitnahme, Lieferung und private Feiern sind davon nicht erfasst. |
Quelle: Zentrale Stelle Verpackungsregister und Verordnung (EU) 2025/40.
In welche Tonne gehört was?
| Produkt | Übliche Entsorgung |
|---|---|
| Pappbecher mit Kunststoffbeschichtung | Gelbe Tonne oder Gelber Sack |
| Trinkbecher aus Polypropylen | Gelbe Tonne oder Gelber Sack |
| Becherdeckel aus Polystyrol | Gelbe Tonne oder Gelber Sack |
| Papiertragetaschen | Altpapier |
| Saubere Pappteller und Pappschalen ohne Beschichtung | Altpapier, stark verschmutzt in den Restmüll |
| Teller und Schalen aus Zuckerrohrfaser | Je nach Kommune Biotonne oder Restmüll |
| Benutzte Papierhandtücher | Restmüll |
Die Regeln unterscheiden sich von Ort zu Ort. Maßgeblich ist die Abfallsatzung Ihrer Kommune. Für Betriebe gelten zusätzlich die Vorgaben der Gewerbeabfallverordnung.
Kontakt mit Lebensmitteln
Geschirr und Verpackungen für Lebensmittel müssen so beschaffen sein, dass sie keine Stoffe in gesundheitlich bedenklichen Mengen abgeben. Rechtsgrundlage ist die Verordnung (EG) Nr. 1935/2004. Auf unseren Produktseiten steht, welche Artikel für den Lebensmittelkontakt bestimmt sind und wofür sie gedacht sind, zum Beispiel nur für Kaltgetränke.
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